Musikphysiologische Übungen für Gitarristen
Schüttelarm zum Aufwärmen und Lockern der Muskeln
Hand in alle Richtungen schütteln. Dann Ellbogen, Schulter und schließlich den ganzen Körper schütteln. Um den Übungseffekt zu kontrollieren, kann man die Arme vor dem Körper in Augenhöhe ausstrecken und mit den Handflächen langsam zusammenführen. Die Muskeln sind richtig gelockert, wenn der ausgeschüttelte Arm länger ist als der andere. Übung auf der anderen Körperseite wiederholen.
Durch das Schütteln entspannen sich die Muskeln und verlängern sich. So werden Arme und Hände, die am meisten beanspruchten Körperregionen beim Gitarristen, effektiv gelockert.
Kräftigung des Rückens (besonders der Muskulatur entlang der Wirbelsäule)
Beide Hände hinter dem Kopf verschränken. Den Kopf langsam nach hinten schieben. Mit den Händen dagegen halten und erst langsam nachgeben, wenn der Zug am Rücken unangenehm wird. Diese Übungssequenz sollte ebenfalls 3- bis 4-mal wiederholt werden.
Der Gitarrist übt in einer, im Vergleich zu anderen Instrumentalisten, recht statischen Haltung. Verspannungen und Schmerzen im Bereich der Haltemuskulatur sind daher häufig die Folge. Es treten ähnliche Symptome auf wie bei einem Muskelkater. Das Gewebe kann nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt werden. Es kommt zu Verhärtungen der Muskulatur und im schlimmsten Fall zu schmerzhaften Entzündungen, die ein Fortsetzen des Instrumentalspiels stark beeinträchtigen können. Im fortgeschrittenen Stadium des Muskelverschleißes muss das Üben vollständig ausgesetzt werden. Vor allem im Schulter-, Rücken- und Handbereich können diese Verhärtungen sehr schmerzhaft sein, da sie sich auf die Nervenbahnen auswirken. Deshalb sind gezielte Kräftigungsübungen wie oben beschrieben notwendig.