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Musikphysiologische Übungen im Ensemble-, Klassen- und Gruppenunterricht

Im-Puls

Alle Ensemblemitglieder stehen in einem Kreis. Der metrische Puls wird vom Metronom oder von einem Instrument vorgegeben. Durch das Prellen von kleinen Gummibällen auf den Boden werden verschiedene Taktarten angedeutet. Beim Zuruf "zwei" muss z.B. auf jeden zweiten Pulsschlag geprellt werden, bei "drei" auf jeden dritten usw. Die "1" ist dabei immer mit der Bodenberührung des Balles verbunden.

Das musikalische Tempo, der musikalische Puls einzelner Musikwerke ist eine durch das Menzel-Metronom quasi festgelegte, abstrakte Größe. Sie bekommt subjektive Bedeutung, wenn man sie mit der eigenen Erregung bzw. Aufregung in Verbindung bringt. Das häufige Problem des Tempohaltens wurzelt in einer ungenügenden körperlichen Einstimmung auf das musikalische Tempo. Erleichtert wird diese Einstimmung durch die Wahrnehmung unseres eigenen Pulses und Atems, der sich ständig verändert: z.B. durch den Blick in den Himmel, aber auch durch Rennen und körperliche Betätigung. Den Puls erspüren zu lernen, ist sowohl für das Wohlbefinden wie für die Musikgestaltung sinnvoll. Wenn man den musikalischen Puls körperlich-räumlich vergrößert, justiert man die körperliche Bereitschaft auf eine gewünschte Spannungsstufe.

Imaginäres Fernsehen

Ein Gefühl für Spannung und Lösung kann der Gruppe durch das Anhören von Musikstücken aus dem Genre der Filmmusik vermittelt werden. Sie spielen oft mit extremen Polen aus langsam und schnell oder bedrohlich und heiter und können eine unterhaltsame Abwechslung in der Probenpause werden. Dieses Spiel ist auch einsetzbar, wenn die Raumgröße keine freie Fortbewegung erlaubt.

Die Schüler können auf ihren Stühlen sitzen bleiben und nach vorn in einen imaginären Fernseher schauen. Sie stellen sich nun vor, dass dort der Film zu der gehörten Musik läuft und passen sich mit Mimik und Gestik der Musik an. Die spontanen Veränderungen der Sitzhaltungen, auf den Stühlen bleibend oder stehend (wenn es besonders spannend wird) verdeutlicht dabei, dass sich Spannungs- und Entspannungszustände abwechseln. Nicht das Spiel an sich, sondern der häufige Wechsel der Haltungen gibt den Zuschauern/Schülern die Entspannung.
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