Prävention von Aufführungsangst
Ein Beitrag von Prof. Helmut Möller
Musik ist wunderbar. Umso bedrückender ist es zu sehen, dass Musikstudenten und Berufsmusiker unnötig häufig erheblichen Leistungseinschränkungen unterliegen und an inneren zermürbenden Kämpfen leiden, weil sie mit ihrer Aufführungsangst allein gelassen werden. Musiker können lernen, mit Aufführungsängsten umzugehen: Dazu müssen sie die Belastungen, denen sie als Musiker in besonderem Maße ausgesetzt sind, wahrnehmen und immer wieder nach neuen Wegen des Umgangs suchen.
Praktische Hilfestellungen zum Umgang mit Aufführungsangst:
- Nehmen Sie Ihre Angst an, Sie ist ein Bestandteil von Ihnen. Jede Verschiebung oder Verleugnung verschlimmert die Situation.
- Fragen Sie sich, wie Sie Ihre Angst verstärken können – daraus können Sie ableiten, was Sie vermeiden sollten.
- Fragen Sie sich, wie Sie mit Fehlern umgehen. Sie wissen dann, was Sie vermeiden sollten.
- Führen Sie ein Tagebuch und halten Sie Situationen fest, in denen Sie Ihre Angst besonders intensiv erlebt haben.
- Suchen Sie nach Selbstentwertungen über Ihr Spiel und ersetzen Sie diese durch positive Gedanken.
- Üben Sie so, als würde Ihnen immer jemand zuhören.
- Üben Sie in der Regel nicht länger als 60 Minuten, dies mehrmals am Tag. Vermeiden Sie „massiertes Üben“.
- Achten Sie auf ausreichende Pausen und Ruhezeiten zwischen den Übeeinheiten. Nur so kann das Geübte im Langzeitgedächtnis sicher abgespeichert werden.
- Üben Sie mental mit Unterstützung einer Entspannungsmethode.
- Machen Sie sich beim Üben Mut! Trauen Sie sich Ausdruck und Phantasie zu.