
Das Wechselspiel aus Spannung und Entspannung ist ein Grundprinzip musikalischer Gestaltung. So wird musikalische Spannung nur im Wechsel zu Entspannungsphasen und Ruhepunkten als solche empfunden. Im Gegenzug wirkt Entspannung nur als Kontrast zu einem Spannungszustand.
Spannung ist also nicht zwangsläufig negativ. Sie ist sozusagen das Salz in der Suppe. Eben das, was Musik im wahrsten Sinne des Wortes so ?spannend? macht. Auch zum Musizieren brauchen wir eine gewisse Körperspannung, um musikalischen Ausdruck entsprechend empfinden und vermitteln zu können, um uns zu konzentrieren und auf die musikalische Arbeit zu fokussieren.
Es kann also bei der Beschäftigung mit Entspannung nicht darum gehen, Spannungszustände gänzlich abzuschaffen. Ganz im Gegenteil ? körperliche Unterspannung ist mindestens so schädlich für die menschliche Physiologie wie Überspannung.
Vielmehr geht es darum, das gesunde, natürliche Wechselspiel aus Anspannung und Entspannung wieder herzustellen, das uns heute so oft abhanden kommt. Das grundlegende Problem ist dabei häufig eines, das auf den ersten Blick sehr banal klingt: Um uns entspannen zu können, müssen wir erst einmal die Wahrnehmung dafür entwickeln, was Entspannung überhaupt bedeutet. Wie sich ein körperlicher Entspannungszustand von einem Spannungszustand unterscheidet.