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Wie wirkt Musik und was bewirkt sie?

Die Wirkung von Musik liegt bereits in ihrer Struktur begründet. Langsame Musik wird eher beruhigend wirken, schnelle eher anregend. Neben dem Tempo eines Stückes spielt in der Wirkung von Musik noch die Wertigkeit dieses Stückes für die einzelne Person eine Rolle. Das heißt: Was verbinde ich persönlich mit dem Lied oder Stück? Ein langsames Stück kann den einen traurig stimmen oder langweilen, den anderen aber beruhigen. Ein schnelles wirkt auf den einen antreibend und energiegeladen, auf den anderen vielleicht wütend oder aggressiv.

Die Wirkung von Musik kann sogar erlernt werden. Jemand, der noch nie in der Oper war, wird eine traurige Arie nicht von einer neutralen unterscheiden können - sondern nur ein kreischende Folge von Tönen wahrnehmen. Wenn man sich aber besser mit der Oper und ihrer Handlung beschäftigt und sie mehrmals gehört hat, kann man sehr wohl einen Unterschied zwischen den einzelnen Teilen feststellen - unser Ohr muss sich nur daran gewöhnen.

Was ist Musik?
Das führt automatisch zu der Frage, was eigentlich Musik ist. Darüber gibt es erfahrungsgemäß sehr viele Diskussionen. Einige Großeltern werden z.B. sogar behaupten, dass die Musik, die ihre Enkel hören, gar keine ist! Das hängt damit zusammen, dass sie den Code dieser Musik nicht entschlüsseln können. Musik entsteht in unseren Köpfen, wo sich die Töne zu einer Melodie zusammen fügen und somit Sinn erhalten. Wenn der Code einer Musik nicht bekannt ist, klingt diese "Musik" für uns sehr fremd. Man denke nur an einige Naturvölker in Afrika oder anderen Teilen der Erde. Ihre Musik klingt für uns oft komisch - so ähnlich reagieren dann z.B. ältere Leute auf Techno.

Das Einteilen der Musik, also ihr Code, ist demnach erlernt. Melodien sind leicht zu erkennen und wiederzugeben, weshalb Popmusik meist drei Minuten lang ist. Einfache Melodien können fast nicht länger dauern. Wenig geübte Hörer können keine Melodie wiedergeben ohne sich den Text ins Gedächtnis zu rufen. Versuchen Sie es einmal selbst: Stellen Sie sich die Melodie eines Liedes, das Sie mögen, vor. Können Sie das auch ohne den Text mitzusummen? Wenn ja: Glückwunsch! Sie scheinen feine und besonders musikalische Ohren zu haben. Wenn nein: Macht nichts! Musik genießen kann man trotzdem.

Musik - ein Kind ihrer Zeit
Musik muss aber auch immer in Bezug zu ihrer Entstehungszeit gesehen werden. Der Rock'n'Roll war in den 50er Jahren z.B. eine Aufbruchbewegung und Rebellion gegen die Eltern. Heute kommt er uns vielleicht einfach nur akrobatisch, aber nicht sehr rebellisch vor. Das liegt daran, dass in den 50er Jahren die Eltern eine viel größere Autorität hatten als heute. Ob man eine bestimmte Musikrichtung mag oder nicht, hängt auch mit dem Umfeld ab, in dem man sie kennen gelernt hat. Wenn man klassische Musik z.B. nur im Musikunterricht in der Schule gehört hat, verbindet man damit oft Zwang, Langeweile und Prüfungsdruck. So entwickelt sich selten ein echtes Interesse an der Musik - außer der Musikunterricht war wirklich interessant und spannend.

Musik erfüllt bestimmte Funktionen
Musik kann aber auch bestimmte Funktionen erfüllen. Sie kann z.B. das Zusammengehörigkeitsgefühl einer Gruppe stärken. Mit einigen Liedern verbindet man aber auch ganz eigene Sachen: z.B. Liebeskummer oder einen besonders tollen Disco-Abend. Dass Musik in Erfahrungen und Erlebnisse integriert ist, zeigen uns auch unsere Reaktionen auf bestimmte Töne. Wenn eine Trompete erklingt, hat das meist Signalwirkung, bei dem Klang eines Horns denkt man oft instinktiv an Wald, da dieses Instrument früher bei der Jagd eingesetzt wurde und diese Hörklischees auch heute noch oft von der Werbung zur Erzeugung einer bestimmten Stimmung genutzt werden. Manchmal verbinden wir auch ganze Melodien mit Natur oder stellen uns sofort eine Landschaft vor. Individuell hat natürlich jeder Mensch eigene Erfahrungen und deshalb auch eigene Musikstücke, die er damit in Verbindung bringt.

Musik beeinflusst unsere Stimmung und andersrum
Außerdem hängt die Wirkung von Musik vom körperlichen Zustand des Menschen ab. Wenn jemand total aufgeladen und gereizt ist, kann ihn Entspannungsmusik auch eher nerven. Musik wirkt in Form von Klang auf das Nervensystem, das daraufhin Hormone ausschüttet, die unsere Stimmung beeinflussen. Durch entspannende Musik kann auch bewirkt werden, dass weniger Stresshormone ausgeschüttet werden und sich deshalb der Körper löst. Das Musizieren, aber auch das Musikhören, fördert die Ausschüttung des Hormons Oxytocin, ein Bindungshormon. Das gemeinsame Musizieren kann so soziale Harmonie herstellen. Wenn wir beim Musikhören unsere Gefühle erleben können, die wir sonst oft verbergen, lösen sich Spannungen und man fühlt sich wieder locker und erfrischt.

Musik wird auch gern gehört - und das besonders laut - weil sie "unter die Haut geht" und zum Tanzen oder auch nur Mitwippen anregt. Musikimpulse, die oberhalb der Herzfrequenz (also 65 bis 70 Schläge pro Minute) liegen, lösen spontan Bewegung bei uns aus. Die Hörnerven im Hirnstamm sind nämlich mit den motorischen Bahnen im Gehirn gekoppelt. Menschen nutzen ihre Muskeln um Musik in Bewegung umzusetzen. Mit unseren Bewegungen ahmen wir die musikalischen Muster nach.
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Musik hält gesund

Musik ist Balsam für die Seele. Sie hilft uns zu entspannen, lässt uns wohl fühlen und leistet auf diesem Weg einen wichtigen Beitrag zu unserer Gesundheit.

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