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Unsere Buchtipps

Wolfgang Steinmüller, Karin Schaefer, Michael Fortwängler (Hrsg.) : Gesundheit – Lernen – Kreativität. Alexander-Technik, Eutonie Gerda Alexander und Feldenkrais als Methoden zur Gestaltung somatopsychischer Lernprozesse, Verlag Hans Huber, Bern 2001

Wie im Untertitel beschrieben werden drei wichtige Bewegungsmethoden vorgestellt und miteinander verglichen.
An grafisch hervorgehobenen Fallbeispielen werden die unterschiedlichen Ansätze verdeutlicht und zugleich der Zugang für den Leser vereinfacht.
Im zweiten großen Teil werden u.a. die künstlerische, pädagogische und therapeutische Dimension des somatopsychischen Lernens erläutert.
Die einzelnen Abschnitte sind Beiträge von verschiedenen Autoren.

Unter somatopsychischem Lernen versteht man das Zusammenwirken von seelischen und körperlichen Aspekten bei Krankheiten wie bei ihrer Therapie. Diese wird als Lernprozess auf dem Weg aus der Krankheit verstanden.

Besonderen Wert wird auf die ganzheitliche Ausrichtung dieser Lernprozesse und der vorgestellten Körpertherapien gelegt. Die Autoren zielen nicht nur darauf ab, die Methoden zu unterscheiden und klar zu charakterisieren, sondern wollen auch Anwendungsmöglichkeiten in der Praxis aufzeigen.
Es wird die fachübergreifende Arbeit aus dem künstlerischen, therapeutischen und pädagogischen Bereich angestrebt, wie schon der Titel andeutet.

Gerade für Interessenten aus den genannten Bereichen ist dieses Buch sicher sehr empfehlenswert, die eingestreuten Fallstudien sind für alle Laien äußerst lesenwert, vor allem um einen Eindruck von den drei Bewegungsmethoden zu bekommen.

Pedro de Alcantra: Alexander-Technik für Musiker, Bosse, Kassel 2002

Die nach F. M. Alexander benannte Methode eignet sich für Musiker besonders gut, weil neue Bewegungsmuster gezielt eingeübt werden und auf diese Weise starre Übehaltungen, die zu Verspannungen führen können, vermieden werden.

Das im Gustav Bosse Verlag erschienene Buch will laut Vorwort nicht ein Handbuch für Alexander-Technik „im Selbststudium“ sein, sondern Interesse wecken und Grundlagen vermitteln als mögliche Ergänzung zu Alexander-Stunden. Trotz dieser ‚Einschränkung’ ist ein guter Überblick über das Themengebiet der Alexander-Technik bei Musikern gewährleistet. Zentrale Grundbegriffe wie der „Gebrauch des Selbst“ werden erläutert und mit vielen Beispielen aus der Therapiepraxis angereichert. Gebiete, die für den Musiker besonders bedeutsam sind, wie z.B. Lampenfieber, werden vom Autor Pedro de Alcantra gesondert herausgegriffen. Notenbeispiele verdeutlichen musikspezifische Aussagen. Der Verlauf einer Alexander-Stunde wird ebenso beschrieben wie einige biografische Hintergründe zur Person F. M. Alexander.

Der Gründer der Alexander-Methode hatte als Rezitator und Schauspieler selbst Stimmprobleme, die sich auf herkömmliche Weise nicht lösen ließen. Erst durch geduldige Selbstbeobachtung und Versuche kristallisiert sich seine schnell verbreitete Methode, die um den richtigen „Gebrauch des Selbst“ und „Selbstverantwortung“ kreist, heraus.

Der Autor ist selbst Musiker, hat die Alexander-Technik studiert und ist als Lehrer am Alexander Institute tätig.

Das Handbuch ist in sehr verständlicher Sprache verfasst und auch aufgrund des ganzheitlichen Ansatzes für alle Musiker und Pädagogen sehr empfehlenswert.



Frank Hartmann – Qigong für Musiker. Die ganzheitliche Methode für entspanntes und gesundes Musizieren, Schott, Mainz 2005

Dieses Handbuch gliedert sich in drei große Teile: nach einer kurzen Einführung in die Geschichte von Qigong werden die theoretischen Grundlagen erläutert. Dabei werden die Basiselemente Yin und Yang genauso beleuchtet wie der Bezug zur Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM). Im anschließenden ausführlichen Praxisteil sind zahlreiche Übungen über den Atem und zu einzelnen Meridianen (Energiebahnen im Körper) zu finden. In einem weiteren Teil wird die Behandlung von einzelnen Beschwerden wie Schulter- oder Kopfschmerzen durch Akupressur auch anhand von Bildern und Grafiken geschildert.

Das Ziel von Qigong stellt der „Wu Wie“-Zustand dar, das „Tun durch Nicht-Tun“. Damit ist das Einswerden des Ausführenden mit der Übung und sich selbst gemeint, so dass über die korrekte Ausführung nicht mehr nachgedacht werden muss, sondern alle wie von selbst geschieht.

Der Autor Frank Hartmann, ein Konzergitarrist und Gitarrenlehrer, schafft es, die ganzheitliche Methode Qigong jedem interessierten Leser auf theoretischem und praktischem Wege näher zu bringen. Dieses Studienbuch ist besonders empfehlenswert, da mit der Ausführung der Übungen durch die leicht verständlichen Anleitungen sofort begonnen werden kann.



Jochen Blum (Hrsg.): Medizinische Probleme bei Musikern, Thieme 1995

Neben dem Herausgeber Jochen Blum, Professor für Musikphysiologie in Frankfurt sind in diesem umfangreichen Standardwerk zur Musikmedizin zahlreiche weitere Beiträge von renommierten Medizinern, Musikpädagogen und Wissenschaftlern wie z.B. Prof. Christoph Wagner (Musikphysiologe und Arzt).

Nach einem fundierten Grundlagenteil über die Bedingungen im Themenfeld Musik und Medizin wird detailliert auf die instrumentenspezifischen Besonderheiten eingegangen, bis hin zur Differenzierung im Rock-/Jazzbereich.
Nach einem Abschnitt über die medizinischen Indikationen und Beschwerden im klinischen Bereich finden sich außerdem Beiträge zum Themenkreis soziale Absicherung, Krankenkasse und Verbände.

Die umfassenden und fachlich hoch kompetenten Informationen werden durch zahlreiche Grafiken und Schaubilder ergänzt, so dass keine Fragen offen bleiben dürften. Das Buch wendet sich an Personal aus dem Gesundheitswesen genauso wie an Musiker vom Laien- bis zum professionellen Bereich.



Pia Skarabis: Der gesunde Musiker – Trainingsprogramme für Beruf und Hobby (Henschel 2005)

Der von der Sportärztin Pia Skarabis verfasste Ratgeber „Der gesunde Musiker“ ist bewusst ohne Fachchinesisch geschrieben und enthält neben Texten über verbreitete Beschwerden von Musikern und ihre Ursachen viele praktische Beispiele für Ausgleichsübungen.

Nach einer Einführung über die Rückenschule und typischen Musikererkrankungen geht die Autorin auf allgemeine Übungen für alle Musiker sowie auf spezifische Belastungen und Übungen für einzelne Instrumentengruppen ein (z. B. Holz- und Blechblasinstrumente, Klavier, Querflöte). Daneben gibt es nützliche Tipps gegen Lampenfieber und für eine sinnvolle Gestaltung des Übens.

Wir empfehlen das kürzlich erschienene Handbuch, weil es sowohl die Ursachen und Zusammenhänge für Beschwerden bei Musikern als auch Lösungsansätze in Form von Trainingsprogrammen, nach Instrumenten differenziert, aufzeigt.
Obwohl von sachverständiger und erfahrener Hand geschrieben, gibt es auch Lesern ohne medizinische Vorkenntnisse die Möglichkeit, in das Thema von theoretischer und vor allem praktischer Seite her einzusteigen.



Renate Klöppel: Das Gesundheitsbuch für Musiker
(Gustav Bosse 2003)


Das Gesundheitsbuch für Musiker von Renate Klöppel ist eine für Musiker ohne jegliche medizinische Vorkenntnisse sehr gut verständliche Einführung in die Grundlagen der menschlichen Anatomie.

Gründlich und umfassend, aber ohne sich dabei in medizinischen Details zu verlieren vermittelt die Autorin dem Leser ein Verständnis für die Vorgänge, die beim Musizieren in seinem Körper ablaufen. Mit den hier vermittelten Kenntnissen können Musiker Ursachen von Spielproblemen leichter verstehen und erfahren, was genau sich eigentlich hinter Begriffen wie "Gitarrenkantensyndrom" oder "Fokale Dystonie" verbirgt.

Besonders empfehlen möchten wir das Kapitel "Prävention von Überlastungsschäden", das Wege und Mögichkeiten aufzeigt, Erkrankungen wirksam vorzubeugen.

Fazit: Ein informatives, umfassendes und dabei gut verständliches Buch, dem jeder Musiker in seinem Bücherregal Platz widmen sollte.


Christoph Wagner: Hand und Instrument – Musikphysiologische Grundlagen, Praktische Konsequenzen (Breitkopf & Härtel 2005)

Das neue Buch des Gründers und langjährigen Leiters des Instituts für Musikphysiologie an der Musikhochschule Hannover fasst zusammen, was man als Musiker über die Hand wissen muss. Vor allem klärt es darüber auf, wie stark sich Musikerhände tatsächlich unterscheiden und wie sich dies auf die instrumentale Ausbildung und den späteren Berufsweg auswirkt. "Handprofile" mit bis zu 40 Handeigenschaften zeigen Vorzüge und Begrenzungen der individuellen Hand auf, machen spieltechnische Probleme und Beschwerden verständlich und werden zum Schlüssel einer individuellen Spieltechnik. Die beigefügten Messblätter erlauben es dem Leser, selbstständig eine Handeinschätzung vorzunehmen.

Ein Lehrbuch, Nachschlagewerk und Ratgeber für Instrumentallehrer, Musiker, Instrumentenbauer sowie Ärzte und Physiotherapeuten in der Musikermedizin.

Weitere Informationen unter www.hand-und-instrument.de.
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