Kurz erklärt:
Dynamische Integration
Dynamische Integration oder auch sensomotorische Bewegungslehre nach Ruth Grühling ist eine Methode, die sich vor allem aus der Praxis und den empirischen Erfahrungen der jahrzehntelangen Arbeit mit Körpertherapien und Bewegungsschulungen für Musikerinnen und Musiker entwickelt hat. Dabei werden die Erkenntnisse der Sensomotorik, der Neurophysiologie, der Verhaltensphysiologie und der wissenschaftlichen Arbeit von Dr. Moshe Feldenkrais genutzt.
Die Dynamische Integration versucht, das Instrument "Körper" als Ganzheit beim Musikunterricht bzw. beim Spielen eines Instrumentes zu integrieren. Denn ein leichter, ökonomischer, effektiver und kreativer Einsatz unseres "Körperinstruments" vereinfacht das Üben.
Die Methode beginnt nicht wie üblich am Problem (Haltungskorrektur/ Haltungstraining), sondern stabilisiert und erweitert die Basis über unser Nervensystem. Sie nutzt für Bewegungsimpulse in besonderer Weise sanfte, taktile Reize für ein einfaches "begreifendes" lernen über den kinästetischen Sinn. Dadurch lernt der/die SchülerIn über das Nervensystem schneller, die natürlichen, erweiterten Bewegungsangebote zu nutzen.
Fokale Dystonie
Unter Dystonie versteht man eine neurologische Störung des normalen Spannungszustandes der Muskeln, eine Beeinträchtigung der motorischen Kontrolle, die sich zum Beispiel in Krämpfen und unwillkürlichen Bewegungen äußert. Eine „fokale Dystonie“ bezeichnet eine derartige Störung, die in einem abgegrenzten Bereich des Körpers auftritt. Betroffen sind vor allem Bewegungen einer hoch spezialisierten Fertigkeit. In anderen, von dieser speziellen Fertigkeit unabhängigen Zusammenhängen können dieselben Bewegungen häufig ohne Probleme ausgeführt werden. Bei Musikern sind besonders Finger-, Hand- und Armbewegungen von der Dystonie betroffen, bei Bläsern und Sängern auch die Mund- und Kiefermuskulatur und der Kehlkopf. Man spricht hier auch von Musikerkrampf. Schmerzen werden bei der fokalen Dystonie nur selten empfunden.
Die fokale Dystonie ist nicht psychosomatisch bedingt, es handelt sich vielmehr um eine pathologische Veränderung im Gehirn. Bedingt ist die fokale Dystonie durch eine Störung eines in der Großhirnrinde abgelegten Bewegungsprogramms. Die Ursachen hierfür sind noch nicht eindeutig erwiesen.
Karpaltunnel
Der Karpaltunnel ist eine tunnelartige Röhre, die sich zwischen Daumenballen- und Kleinfingerballenmuskulatur befindet. Durch den Karpaltunnel verlaufen die Beugesehnen vom Unterarm zu den Fingern sowie der Nervus medianus, ein wichtiger Handnerv.
Karpaltunnelsyndrom (CTS)
Durch Einengung des Karpaltunnels oder eine Volumenzunahme des Inhalts wird Druck auf den Nervus medianus ausgeübt und dieser gereizt und in seiner Funktion eingeschränkt. Dies führt zu Gefühlsstörungen, Schmerzen und Lähmungserscheinungen des Daumens, Zeige- oder Mittelfingers. Man spricht vom Karpaltunnelsyndrom. Erste Anzeichen des CTS bestehen in nächtlich auftretendem Taubheitsgefühl oder Brennen des Mittelfingers und einem Gefühl von Kraftlosigkeit.
Zu einer Einengung des Nervs im Karpaltunnel kommt es beispielsweise bei Knochenbrüchen, Arthrose, Wassereinlagerungen (auch während der Schwangerschaft) oder durch langjährige Fehlbeanspruchung des Handgelenks mit häufigem Strecken im Gelenk. Vor allem ständig wiederkehrende Bewegungen von Hand und Fingern, z.B. beim Musizieren, spielen eine Rolle.
Je nach Stadium bestehen die Therapiemöglichkeiten in Ruhigstellung durch eine individuell angepasste Schiene, Akupunktur oder alternativen Methoden. Bei anhaltenden Gefühlsstörungen oder Lähmungen ist eine Operation ratsam.
Zur dauerhaften Vermeidung der Beschwerden sollten in jedem Fall auch die Bewegungsabläufe analysiert werden. Eine Verringerung der Beugung oder Überstreckung des Handgelenks kann Entlastung erwirken.
Mentales Üben
Mentales Üben oder mentales Training bedeutet üben, ohne die Bewegungen tatsächlich auszuführen. Allein die Vorstellung der Bewegung nimmt direkten Einfluss auf das Bewegungslernen. Die geistige Beschäftigung mit dem Notenmaterial fördert die Konzentration, das musikalische Verständnis und zielgerichtetes Üben. Bewegungen werden mithilfe des mentalen Übens schneller gelernt – auch dadurch, dass sich die Gefahr, fehlerhafte Bewegungsabläufe einzuüben, verringert. Über die Vorstellungskraft und das Bewusstmachen der Bewegung kann bei automatisierten Bewegungsabläufen die bewusste Kontrolle wieder erlangt werden, was zum Beispiel das Korrigieren eingeschlichener Fehler erleichtert. Auch bei der Bewältigung von Aufführungsängsten kann mentales Training hilfreich sein.
Musikerkrampf
(siehe Fokale Dystonie)
Pausen
Um Überbeanspruchungen und Ermüdungen zu vermeiden, wird jedem Musiker empfohlen, pro Stunde mindestens eine Pause von 10-15 Minuten einzulegen, oder mit anderen Worten nach etwa 45 Minuten Übezeit für körperlichen Ausgleich zu sorgen. In dieser Pause sollte natürlich eine deutlich andere Körperhaltung als beim Spielen eingenommen werden – also Sitzen oder Stehen vermeiden und statt dessen die Muskeln lockern, entspannen oder auch Bewegungen durchführen.
Sensomotorische Bewegungslehre
(siehe Dynamische Integration)
Yin und Yang
Das Yin und Yang Prinzip stammt aus der chinesischen Philosophie und wird durch das bekannte Symbol der schwarzen und weißen Hälfte in einem Kreis, die ineinander gehen, repräsentiert. Yin bedeutet Erde, Yang Himmel, der Übergang ist fließend. Gemeint ist ein Prinzip zweier gegensätzlicher Kräfte, die sich gegenseitig bedingen und brauchen. Das Gleichgewicht ist entscheidend. Den beiden Ausprägungen sind Gegensatzpaar zugeordnet, z.B. ist Yin weiblich, Yang männlich. Yin bedeutet Wasser, Yang Feuer. Erst aus der Balance beider kann Harmonie entstehen. In vielen Meditations- und Kampfkunsttechniken aus Asien spielt dieses Prinzip eine wichtige Rolle. Die angestrebte Ganzheitlichkeit des Menschen wird dadurch ausgedrückt.